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Neuigkeiten aus der Speleothemforschung Aktuelles

Juni 2026

Neue Publikation in Ocean Science

Das natürliche 234U/238U Verhältnis von Meerwasser speichert Informationen über den Eintrag von Frischwässern durch Flüsse und Grundwässer. In einer kürzlich erschienen Publikation in der Zeitschrift Ocean Science konnte Sahra Greve und ihre Mitautoren zeigen, dass die jährliche Variation der 234U/238U Verhältnisse einer tropischen Koralle, die vor Kuba beprobt wurde, deutlich stärkere Einflüsse von Frischwasser auf die Karibik während der kleinen Eiszeit zeigen. Mit dem Ende der kleinen Eiszeit vor ca. 150 Jahren nimmt die Variabilität der Meerwasser 234U/238U Isotopie ab und zeigt nachfolgenden qualitative einen Zusammenhang mit demn lokalen Niederschlag auf Kuba. Die Forschungsarbeit war Teil der Promotion von Sahra Greve im Rahmen eines von der DFG im SPP2299 geförderten Projektes zur tropischen Klimavariabilität. (NF)

Kuba, Hydrologie, und Klima

Neue Publikation über das heterogene Klimasystem am Schwarzen Meer

Während der letzten Kaltzeit gingen abrupte Klimaveränderungen vom hohen Norden aus und breiteten sich durch Kopplungen mit Ozean und Atmosphäre global aus. Die Region um das Schwarze Meer ist dabei besonders interessant. Sie verbindet nicht nur mehrere Klimasysteme, sondern ist auch besonders empfindlich gegenüber Änderungen von atmosphärischen Strömungen. Besser zu verstehen, wie dieses sensible Gebiet auf äußere Klimatreiber in der Vergangenheit reagiert hat, ist wichtig für zukünftige Klimavorhersagen. Die neue Publikation von Yidong Li et al. zeigt, dass die Region nicht einheitlich auf Änderungen reagierte, sondern sich im Norden anders verhielt als im Süden. Grundlage hierfür sind neue Stalagmitendaten von der Krim, die sich über die letzten 52.000 Jahre erstrecken. Dabei wurden mehrere Klimaproxies gemessen, wobei die Spurenelemente in Heidelberg am Institut für Umweltphysik analysiert wurden. Der Vergleich mit Daten aus der Sofular Höhle in der Türkei ergab, dass die Stalagmiten im Norden hauptsächlich atmosphärische Veränderungen und Kontinentalklima aufzeichneten. Im Süden hingegen wurden die Klimaarchive von der Zusammensetzung des Schwarzen Meers stark beeinflusst, welche sich durch Frisch- und Schmelzwasser änderte. Durch die hohe Auflösung ihrer Daten konnten die Autoren ebenfalls nachweisen, dass die Region nicht nur auf den Wechsel von Warm- zu Kaltzeitenreagierte, sondern auch auf abrupte Klimaveränderungen im Nordatlantik. Die vollständige Publikation kann im Fachjournal Quaternary Science Reviews gelesen werden. (FL)

 

Plot with time series from ice cores and speleothem from Crimea

Mai 2026

EGU General Assembly 2026 in Wien

Dieses Jahr war das Team der Speleothemgruppe zahlreich auf der Jahrestagung der European Geosciences Union (EGU) in Wien vertreten. Dr. Sophie Warken leitete als Convener die Session zur Klimarekonstruktion basierend auf Speleothemen und Karst-Archiven, wobei sie selbst mit einem Poster über die Klimavariabilität auf der Yucatán Halbinsel dazu beitrug. Im Rahmen dieser Session hielt Prof. Norbert Frank einen Vortrag über das Wachstum von Speleothemen auf Yucatán, in dem er auf Fallstricke bei der Kombination von unterschiedlichen Datierungsmethoden einging. Aaron Mielke präsentierte in einem Poster seine Analysen zur Auflösungsgrenze von Spurenelement-Messungen mittels Laser-Ablation. Carmen Schöfer hielt einen Vortrag über ihre frühere Forschungsarbeit, in welcher sie externe Einflüsse auf Neodymium in Kaltwasserkorallen bei den Azoren festgestellt hatte. Francisca Lövenich stellte in einem Poster dar, inwiefern sich das karibische Klima mit Einflussfaktoren auf unterschiedlichen Zeitskalen verbinden lässt. Neben den Beiträgen gab es auch viele Gelegenheiten für Austausch mit Alumni und anderen Forschenden, wie beispielsweise beim Speleo-Dinner anschließend an die Session. (FL)

EGU 2026 Participants

April 2026

Masterarbeit erfolgreich abgeschlossen

Francisca Lövenich hat ihre Masterarbeit über das karibische Klima der letzten 200.000 Jahre erfolgreich abgeschlossen. Auf orbitalen Zeitskalen wird tropischer Niederschlag konventionell mit der Variabilität der Sonne in Verbindung gebracht, wobei höhere Sommersonneneinstrahlung mit mehr Niederschlag assoziiert wird. Bisherige δ18O-Daten aus der Karibik verhalten sich jedoch gegenteilig und weisen auf andere Klimatreiber hin. Der neue Speleothemdatensatz aus Puerto Rico, der die regionalen Daten um einen ganzen Orbitalzyklus verlängert, bestätigt dieses Verhalten. Vergleiche mit Isotopen-befähigten Modelldaten deuten darauf hin, dass die saisonale frühe Regenzeit eine erheblich größere Rolle spielen könnte als zuvor angenommen. Zusammen mit δ18O-Werten vom südlichen Ende der Intertropischen Konvergenzzone konnten außerdem Klimaindizes zur Charakterisierung der Breite und Position des tropischen Regengürtels berechnet werden. Weiterhin lassen die prägnanten Jahrtausendzyklen im Datensatz eine anhaltende Sensibilität gegenüber der Stärke der Atlantischen Umwälzzirkulation vermuten. Vielen Dank, Francisca!

Eine junge Frau mit dunklen Haaren posiert vor ihrem Konferenzposter

Januar 2026

Lea Marie Hansen hat ihre Bachelorarbeit abgeschlossen

SPP2299 Tropical Climate Variability

Dezember 2025

Neue Publikation über das NASH als Klimatreiber in der Karibik

Das karibische Klima ist derzeit immer noch nicht vollständig verstanden. Insbesondere haben bisherige Klimaarchive aus Mesoamerika gezeigt, dass sich das Gebiet ungewöhnlich für eine Monsunregion verhält. Anstatt dass stärkere Sommersonneneinstrahlung zu mehr Niederschlag führt, gibt es in der Karibik während dieser Phasen trockenere Trends. Das neue Paper von Hanying Li et al. hebt in diesem Zusammenhang das North Atlantic Subtropical High (NASH) hervor, ein Antizyklon über dem Nordatlantik, auch bekannt als Azorenhoch. Hierfür kombinierten die Autoren den bereits publizierten Datensatz von Warken et al. aus dem Santo Tomás Höhlensystem in Kuba mit eigenen neuen Speleothemdaten. Somit deckt die neue Datenreihe die letzten 129.000 Jahre ab. Der Vergleich mit einer Klimamodellsimulation ergab, dass im Verlauf der Erdpräzession erhöhte Temperaturunterschiede zwischen Land und Meer das NASH verstärken und für Trockenperioden in der Karibik sorgen. Dieser Prozess war bisher nur für das jährliche Klima relevant. Die Arbeit zeigt, dass subtropische atmosphärische Prozesse nicht nur im Verlauf eines Jahres den Regen beeinflussen können, sondern auch auf orbitalen Zeitskalen. Vor allem für Klimavorhersagen ist diese Erkenntnis wichtig, da erwartet wird, dass die Temperaturunterschiede zwischen Land und Meer weiter ansteigen. Die vollständige Publikation kann im Fachjournal Science Advances gelesen werden. (FL)

November 2025

Dr. Sophie Warken hat in den Geowissenschaften erfolgreich habilitiert. 

Wir beglückwünschen Sophie für diese großartige Leistung. Sie hat die „venia legendi“ erhalten und kann somit zukünftig selbst für die Betreuung von Studierenden im Bachelor-, Master- und in Promotionen verantwortlich tätig sein. Ihre eigenverantwortliche Forschungstätigkeit und Lehre im Fachbereich tropische Klimavariabilität, Speläothemen Forschung, und Isotopen Geochemie ist somit von der Fakultät für Chemie, Geographie, und Geowissenschaften bestätigt worden. Ein gelunger Abschluß für Sophie, die in diesem Jahr herausragend publiziert, geforscht und gelehrt hat. 

Wir wünschen dir viel Erfolg in der Zukunft, weiterhin fantastische Ideen und die entsprechenden Forschungsmittel. (NF)

 

Neuerlicher Besuch der Erdmannshöhle

Bei unseren regelmäßigen Besuchen in der Erdmannshöhle haben wir die Logger für Temperatur und Feuchte ausgelesen und Wasserproben mit nach Hause gebracht. Auch wenn wir schon immer wieder in der Erdmannshöhle unterwegs sind, bleibt es eine spannende Aufgabe das Monitoring der Umweltparamter und des Stalagmitenwachstums fortzusetzen.  (NF)

Equipment bei der Höhlentour

Juli 2025

Expedition in die Erdmannshöhle in 2025

Seit einigen Jahren untersuchen die PUA-Teams die Erdmannshöhle in Süddeutschland. Einmal jährlich gehen Dr. Sophie Warken und Dr. Andrea Schröder-Ritzrau mit einer studentischen Exkursion in die Höhle, meist gehen wir aber um Wasserproben zu gewinnen, den Kohlendioxidgehalt zu bestimmen, und die Temperatur- und Feuchte- Logger auszulesen. Gelegentlich können wir auch Stalagmiten beproben, immer den Geotopschutz im Blick behaltend. Nun waren wir wieder mit einer Gruppe von Studierenden vor Ort sowie einem Gast aus Mexiko. Prof. Fernanda Lases Hernandez ist eine Kooperationspartnerin aus Mexico mit der wir Ergebnisse unserer Klimaforschung teilen und gemeinsam Messungen an Stalagmiten durchführen. Sie ist unsere Kooperationspartnerin im sehr erfolgreichen DFG geförderten Projekt zur Klimaentwicklung während der Maya Hochkultur. (NF)

Besuch der Erdmannshöhle mit Studierenden und Gast aus Mexico

Neue Publikation

In einer Neuen Publikation von Yao Wu, Dana Hölkermann, Amrei Grund, Sophie Warken und Norbert Frank, zeigen wir unsere ersten Schritte hin zu einem  besseren Verständnis von Isotopen-Signalen in Skelettwasser von Kaltwasserkorallen. Die Untersuchung der Isotopensignale im Korallenskelett-Fluidwasser bleibt schwierig, da die Menge des Einschlusswassers sehr gering ist und analytische Methoden zu starker Variabilität führen. Fortschritte wie die Einkapselung in Glaskapillaren verbessern zwar die Reproduzierbarkeit, doch die aktuellen Techniken erfassen die ursprünglichen δ¹⁸O- und δ²H-Werte im Korallenaragonit noch nicht vollständig. Ein besseres Verständnis des Kalzifizierungsprozesses und möglicher Austauschvorgänge mit Meerwasser ist erforderlich, um diese Isotopensignaturen besser interpretieren zu können. Mehr zur Publikation finden Sie bei G3. (NF)

 

April 2025

EGU in Wien - Österreich

Dr. Sophie Warken und Prof. Nobert Frank haben dieses Jahr das Forschungsteam auf der EGU in Wien vertreten. Dr. Sophie Warken leitet seit Jahren einen Themenschwerpunkt zur Rekonstruktion der Klimavergangenheit anhand von Höhlensintern, der auch dieses Jahr wieder sehr erfolgreich besucht und mit ausgezeichneten Vorträgen und Postern glänzte. Wir waren mit mehreren Postern auf der Tagung vertreten und erfreuen uns an der Resonanz für unsere Forschungsarbeit. Ein sicherlich wichtiger Bestandteil war das Gespräch mit Kollegen und der Ausstausch neuer Ideen. Das Bild zeigt Sophie Warken als Convenor mit der Einladung am Abend am Höhlensinterabendessen teilzunehmen - ein bereits traditionsreicher Treffen für alle Höhlenforscher:innen. Dr. Kira Homola hat in einem hervoragenden Vortrag zur Aktivität von Methan-Seeps im Pazifik, Forschungsergebnisse zur Altersbestimmung von bakteriellen Kalkablagerungen beworben. Vielen Dank auch an alle unsere ehemaligen Studierenden die diese Tagung immer zu einem ereignis werden lassen. (NF)

EGU 2025 Sophie Warken

März 2025

KR10 in Kapstadt - Südafrika

Mit zahlreichen Forschungsbeiträgen aus dern Forschungsgruppen Physik der Umweltarchive und Tropische Klimavariabilität und Speläothemen Forschung waren wir auf der internationalen Karst Record 10  Konferenz erfolgreich vertreten. Yao Wu hat die Ergebnisse seiner Doktorarbeit vorgestellt und Dr. Sophie Warken ihre Forschungsergebnisse zur Laacher See Explosion sowie zur erweiterung der SISAL Datenbank. Dr. Nils Schorndorf hat über den Klimawandel am Ende der Maya Kultur berichtet und mit zwei innovativen Beiträgen zu Machine Learning Strategien in der Paläoklimaforschungen von Masterstudenten (Celine Kolb und Stephanie Gutmayer)  haben wir ein Ausrufezeichen gesetzt.  Aaron Mielke hat zusätzlich noch über neue Forschungsergebnisse anhand hochauflösender Spurenelement Messungen in Puerto Rico mit Laser-Ablation berichtet. Ein großer Erfolg für die Gruppe und viele neue Ideen und Kontakte. (NF)

KR10 Participants