Neue Publikation Große Mengen Jod in der oberen Troposphäre

Karolin Voss und Co-Autoren haben in der oberen Troposphäre unerwartet hohe Konzentrationen von bis zu 0,6 ppt Iodoxid (IO) festgestellt. Sie nutzten DOAS-Messungen an Bord des Forschungsflugzeugs HALO, das im Spätsommer 2017 im Rahmen der WISE-Kampagne über dem Nordatlantik flog. Es zeigt sich, dass die hohen IO-Konzentrationen mit Luftmassen zusammenhängen, die mehr als 10 Tage vor den Messungen von Hurrikanen prozessiert wurden. Dies liefert überzeugende Belege dafür, dass Hurrikane einen schnellen Aufwärtstransport bewirken und – möglicherweise aufgrund erhöhter Windgeschwindigkeiten – zu einem Anstieg der Emissionen von Jod-Quellgasen an der Ozean-Oberfläche führen. Es sind weitere Untersuchungen erforderlich, um diese Prozesse zu entschlüsseln und die Rolle von Hurrikanen und konvektiven Ereignissen für den globalen Jod-Hintergrund in der mittleren Atmosphäre zu quantifizieren.

Grapic shopwing the flight track of the research flight as well as the track of hurricane Maria

Voss, K., Vogel, B., Diederich, T., Engel, A., Grooß, J., Keber, T., Kluge, F., Rotermund, M. K., Schuck, T., Weyland, B., Butz, A., and Pfeilsticker, K.: Tropical Cyclones Drive Enhanced Inorganic Iodine in the Mid‐Latitude Upper Troposphere, Geophysical Research Letters, 53, e2025GL120749, 2026.