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Heidelberger Akademie der WissenschaftenArbeitsstelle Radiometrische Altersbestimmung von Wasser und Sedimenten
Anschrift:c/o Institut für Umweltphysik Im Neuenheimer Feld 229 D-69120 Heidelberg Tel. (06221) / 54-6333 Leitung:Dr. Bernd KROMER Tel. (06221) / 54-6357 (Zi. 502)
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KurzbeschreibungDie 14C-Zeitskala wird mit dendrochronologisch absolut datierten Eichen- und Kiefernserien aus süddeutschen Flußtälern kalibriert; die Jahrringserien stammen aus dem Jahrringlabor der Universität Hohenheim (Prof. B. Becker). Derzeit arbeiten wir an der Verlängerung der Kalibrationsdatenbasis im Zeitbereich der Jüngeren Dryas, dem letzten markanten Klimarückschlag am Beginn der jetzigen Warmzeit. Die 14C-Analysen an den Baumringserien liefern den 14C-Pegel der Atmosphäre in der Vergangenheit. Aus seinem Verlauf lassen sich mit geeigneten Modellen Randbedingungen für die Produktion von 14C in der Vergangenheit (bestimmt durch Erdmagnetfeld und solare Aktivität) und für Änderungen der Aufteilung des Kohlenstoffs auf die Reservoire Atmosphäre, Biosphäre und Ozean ableiten. Mit dem stationären 14C-Signal des im Ozean gelösten Kohlenstoffs können Umwälzzeiten und -raten des Tiefenwassers der Ozeane erschlossen werden. Wir konzentrieren uns derzeit auf die Bildungsgebiete von Tiefenwasser in hohen Breiten (Arktischer Ozean, Weddellsee) und auf den Nordatlantik. Das 14C-Signal aus den Bombentests der 50-er und 60-er Jahre dient zur Untersuchung des Vordringens von Überschuß-CO2 in den Ozean. Für die Arbeitsgruppe "Kohlenstoff-Kreislauf" führen wir 14C-Analysen an atmosphärischen CO2-Proben durch. Die 14C-Datierung hat wegen ihrer Universalität und Genauigkeit einen zentralen Platz in der Archäologie und Spätquartärforschung. Derzeit datieren wir vor allem Probenserien aus dem Neolithitikum und der Frühbronzezeit in Süddeutschland sowie aus der neuen Grabung in Troja. Wir arbeiten kontinuierlich an der methodischen Verbesserung der Probenaufbereitung und der Messung in Proportionalzählrohren. Im Vordergrund stehen Genauigkeit und Langzeitstabilität (Hochpräzisionsanalysen mit 2 Promille Auflösung) sowie die Interkalibration zu anderen Labors in diesem Genauigkeitsbereich. In Verbindung mit der Beschleunigergruppe an der ETH Zürich arbeiten wir an der Entwicklung und Anwendung der AMS-Technik, insbesondere im Ozean. |
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